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Häufige Fragen (FAQ)
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Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange dauert die PND?

Die Dauer einer postnatalen Depression ist sehr individuell. Sie schwankt zwischen ein paar Wochen und mehreren Jahren. Bei etwa der Hälfte der Frauen dauert die Depression kürzer als 3 Monate, bei etwa einem Zehntel länger als ein Jahr. Je früher man Hilfe holt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, relativ schnell wieder gesund zu werden.

Sind Medikamente wirklich nötig?

Nicht in jedem Fall. Zwingend nötig sind sie, wenn Selbstmordabsichten oder eine Psychose vorliegen oder wenn andere Behandlungsmethoden keine Besserung brachten. Aber auch in anderen Fällen sind sie zumindest hilfreich: Sie können die Heilung beschleunigen und die Symptome so weit abschwächen, dass die depressive Frau überhaupt erst aufnahmefähig wird für eine Psychotherapie.

Schadet die PND meinem Kind?

Viele depressive Mütter machen sich Sorgen, dass sie mit ihrer Krankheit ihrem Kind Schaden zufügen könnten – insbesondere wenn sie ohnehin unter Ängsten leiden oder ihm gegenüber keine Liebe empfinden. Für depressive Mütter ist es tatsächlich oft schwierig, angemessen auf ihr Kind zu reagieren. Das allein reicht in der Regel aber nicht aus, um ein Kind in seiner Entwicklung zu schädigen. Wichtig ist, dass andere engagierte Bezugspersonen diesen Mangel überbrücken: der Vater, Grosseltern, Nachbarn oder professionelle Betreuungspersonen.

Hat die PND einen Sinn?

Das ist eine sehr persönliche Frage, die auch nur persönlich beantwortet werden kann. Viele Frauen können der Krise im Nachhinein etwas abgewinnen. Sie haben sich beispielsweise selbst besser kennen gelernt und verfügen über neue Strategien, den Alltag besser zu bewältigen. Andere können in dieser schrecklichen Erfahrung nichts Positives sehen.

Grundsätzlich sollte man die Sinnfrage beiseite stellen, so lange man noch in der Krise steckt – da ist die Chance gering, etwas Gutes darin zu sehen. Man sollte erst Bilanz ziehen, wenn es einem wieder besser geht.

Kann ich trotz PND ein weiteres Kind bekommen?

Ja. Wichtig ist, dass die auslösenden Ursachen (z.B. Paarprobleme) so weit wie möglich behoben sind und die Depression abgeklungen ist. Besprechen Sie Ihren Kinderwunsch und die damit verbundenen Sorgen mit Ihrer Therapeutin. Ausserdem sollten Sie während der neuen Schwangerschaft sämtliche Fachpersonen (Gynäkologin, Hebamme, Geburtsklinik usw.) darüber informieren, dass Sie bereits an einer PND gelitten haben. Ausserdem sollten Sie sich in der Schwangerschaft und nach der Geburt von einer auf PND spezialisierten Psychologin oder Psychiaterin therapeutisch begleiten lassen. Eine Psychiaterin kann Sie auch in der Frage beraten, ob es sinnvoll ist, vorbeugend Antidepressiva einzunehmen.

Wie hoch ist das Rückfallrisiko?

Das Rückfallrisiko ist hoch, insbesondere bei einer weiteren Geburt, aber nicht nur. Eine Studie stellte eine Rückfallrate von 80% bei Frauen fest, die nach der PND keine weiteren Kinder hatten. Allerdings scheint das Risiko, an einer Depression zu erkranken, für Mütter kleiner Kinder allgemein erhöht zu sein, insbesondere wenn eine Veranlagung zu Depressionen vorhanden ist.

Heisst es postNATAL oder postPARTAL?

Der Begriff „postnatale Depression“ ist geläufiger als „postpartale Depression“. Postnatal bedeutet „nach der Geburt“ (also das Kind betreffend), postpartal „nach dem Gebären“ (die Mutter betreffend). Der medizinisch korrekte Ausdruck ist demnach „postpartale Depression“. Der Begriff „postnatale Depression“ ist aber viel weiter verbreitet – so weit, dass auch Ärztinnen untereinander teilweise von „postnataler Depression“ sprechen. Die bessere Bekanntheit ist auch der Grund, dass wir für unseren Verein den – streng genommen – nicht korrekten Namen gewählt haben.

Ist die PND ein kulturelles Phänomen?

Postnatale Depression gibt es überall. Häufigkeit und Symptome sind aber von Kultur zu Kultur verschieden. Die Häufigkeit scheint in Südamerika am grössten zu sein, gefolgt von Europa und Nordamerika; am niedrigsten scheint sie in Asien zu sein. Besonders gefährdet sind Mütter, die vor kurzem aus einem anderen Kulturkreis in ein westliches Industrieland eingewandert sind, vermutlich weil ihnen die gesellschaftlichen Wurzeln fehlen und sie durch die kulturelle Anpassung bereits unter Stress stehen.

In Gesellschaften mit traditionelleren Lebensformen gibt es Bräuche und Rituale, um eine frischgebackene Mutter zu entlasten und zu verwöhnen. Das mindert zumindest die körperliche und emotionale Erschöpfung, es kann aber von der Mutter auch als Einschränkung und Störung empfunden werden.

PND – eine atypische Depression?

Früher wurde die postnatale Depression manchmal als atypische Depression bezeichnet. Man ging davon aus, dass sich eine postnatale Depression durch erhöhte Ängstlichkeit und Gereiztheit und geringere depressive Verstimmung von anderen Depressionen unterscheidet. Inzwischen weiss man, dass sich die Symptome nicht von anderen Depressionen unterscheiden – nur die Inhalte. Beispielsweise richten sich Zwangsgedanken vorwiegend gegen das Kind.

Die postnatale Depression unterscheidet sich auch in ihren Auswirkungen. Erkrankt die Mutter eines Babys und wird die PND nicht erkannt oder die betroffene Mutter nicht richtig behandelt, so hat dies negative Auswirkungen auf die gesamte Familie, den Partner, die älteren Geschwister und die Grosseltern.

Relativ neu ist die Erkenntnis, dass nach einer Geburt auch gehäuft Angst- oder Zwangsstörungen auftreten können – ohne Depression. Da sich die Symptome dieser drei Krankheiten überlagern können, ist es manchmal schwierig, sie voneinander abzugrenzen. Auch Erschöpfungssymptome sind schwer von den Symptomen der postnatalen Depression abzugrenzen. Eine postnatale Depression kann auch mit einer Erschöpfungsdepression gemischt auftreten.

In welchem Zeitraum nach der Geburt kann eine PND auftreten?

Der Begriff postnatal oder postpartal bezieht sich streng genommen auf die Wochenbettzeit, d.h. die ersten vier bis sechs Wochen nach der Geburt. Oft tritt eine Depression aber erst Monate später auf. In der Fachliteratur wurde deshalb der Zeitraum für den Auftritt einer PND auf ein halbes bzw. ein ganzes Jahr nach der Geburt ausgedehnt. Allerdings greift auch das zu kurz, denn eine Depression kann sich auch später noch einstellen. Anfällig scheint die ganze Phase der frühen Mutterschaft zu sein, d.h. vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Kindergarteneintritt des Kindes. In dieser Phase ist in unserer Gesellschaft das Paar und insbesondere die Mutter im Umgang mit dem Kind auf sich allein gestellt und muss sich oft an eine völlig neue Rolle anpassen.

Bekommt man die PND immer beim ersten Kind?

Nein. Die PND kann nach jeder Geburt erstmals auftreten. Vorhergehende Geburten ohne postnatale Erkrankung sind keine Garantie dafür, dass keine PND auftritt.

Trifft die PND nur ungewollt Schwangere oder Frauen in sonstigen schwierigen Situationen?

Nein. Es trifft auch Frauen mit Wunschkind und idealen äusseren Umständen. Für sie ist es oft besonders schwierig, die Krankheit zu akzeptieren, weil sie sich schuldig fühlen und sich dafür schämen, „grundlos“ unglücklich zu sein.

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